Fassungslos.

Von Ralf Zilligen

fassungslos.

ein stück meiner eigenen beruflichen wurzeln ist fort. weck, wie es sich aus seinem mund angehört hätte.

ausgerissen.

der mann, der mir gezeigt hat, dass man seinen beruf auch nach mehr als einem vierteljahrhundert streiten, kämpfen, enttäuscht werden, dann und wann von einem erfolg wieder ermutigt, abgrundtief lieben kann.

der mann, der mir aufgezeigt hat, dass ich den schönsten aller berufe habe. den, der mir das höchste mass an übereinstimmung von arbeit und privaten interessen möglich macht.

der mann, in dessen auftrag ich 1988 die programmatische rede eines gewissen oskar lafontaines vor dem parteitag der spd schreiben durfte, weil “se sin doch so’n jrüner!”. er meinte das damals mit allem respekt.

der, der es mir erlaubte, im selben jahr mit harold faltermaier die hymne “wir sind europa” zu texten.

menschenskind.

der mann, mit dem ich mich auf willy brandt’s 75. geburtstag in der berliner paris bar so entsetzlich besoffen habe, dass ich neben bettina wegener aufwachte und fast oskars inthronisierung verschlafen hätte. von solchen geschichten gibt es x, die ich mit werner erlebt habe.

und ist es nicht eine ironie, dass sich ausgerechnet in diesen tagen ein paar alte kollegen von rscg zum ehemaligen-treffen verabredet haben?

werner wird dann oben auf einer wolke sitzen und uns genüsslich mit seinem unnachahmlich dreckigen lachen zuhören.

der mann, dem ich so viel zu verdanken habe, hat sich einfach aus dem staub gemacht.

tschö werner.

zum abschied hätte ich gern sein buch. als andenken. im besten sinne des wortes.

euer

ralf zilligen

Ein Kommentar zu “Fassungslos.”

  1. Wortfeld » Wie die Wolken | Der legendäre SPD-Europawahlspot von 1989.

    [...] Die Musik stammt vom Axel-F.-Komponisten Harold Faltermeyer; Ralf Zilligen, damals bei der SPD-Werbeagentur von Werner Butter, hat mitgetextet. [...]

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