Werner Butter

Werbelegende

Lehrmeister guter Werbung:
Butter bei der BUTTER.-Schule.

Film ab: Sehen Sie Werner Butter in seinem Element – gute Werbung und gute Freunde. Im Mai 2008 besuchte der Agenturgründer seine Kollegen in Düsseldorf und plauderte aus dem Werbe-Nähkästchen.

Tschüss Werner….

Von 1965-1975 arbeitete ich bei DDB. Bis heute verbinde ich damit eine der schönsten Zeiten in meinem Berufsleben. Werner Butter fiel nicht nur durch sein etwas anderes Äußeres auf, auch seine Umgangssprache in der Agentur, in der meistens englisch gesprochen wurde, ließ sofort aufhorchen. Sie war unverfälscht, direkt und bestes Ruhrpott-Deutsch. Für mich unvergeßlich bleibt bei der Einführung von Erdgas in NRW, im Rahmen einer Anzeigen-Kampagne in Tageszeitungen, die Headline:

“ Demnächst küßt nicht mehr der Gasmann ihre Frau, sondern der Erdgasmann!“

Ich finde diese Headline ist durchaus gleichberechtig mit dem Slogan: Er läuft und läuft und läuft…Ich habe sie im Laufe meines Lebens sehr oft mit großer Erheiterung zitiert und werde es auch weiter tun.

Liebe Grüße von Elfie Schau

Jetzt? Jetzt.

Von Andrea Wark

Als ich ein kleines Mädchen war, sah ich heimlich länger als erlaubt
fern; nach den Kinderserien kam nämlich die Reklame mit dem HB-
Männchen und der zusammenbrechenden Hostalen-Pyramide und den
Abenteuern des Tchibo-Manns. Bis Oma auf den Knopf drückte: Was
guckst du wieder für Blödsinn!
Mist.
Oma kaufte übrigens Tchibo-Kaffee.

In den 70ern änderte sich das Bild auf der Straße: Die Nachbarn
fuhren Ford, Opel oder sogar Mercedes, Papa kaufte 1976 den vierten
oder fünften Käfer, weil:
Da weiß man, was man hat.
Mist.
Aber ein gutes Argument, wenn der Nachbarsjunge wieder so
fürchterlich angab. Continue reading

Mach et jot, Werner

Frank Stauss zum Tod von Werner Butter.

„Kann ich dich mal unter drei Augen sprechen?“, war eine typische Einladung zum Meeting mit Werner Butter, der schon als Kind ein Auge verlor und daher nie einen Führerschein besaß. Es hat ihn nicht davon abgehalten, über drei Jahrzehnte für VW, Porsche und Citroën zu texten. „Ich habe schließlich auch jahrelang für o.b. geworben.“ An der Gabriele Schreibmaschine klapperten die Tasten.

„Sie ist schwarz und so schwer wie das Messbuch meiner Kindheit, das ich im Hochamt kaum von der linken auf die rechte Altarseite schleppen konnte. Schalte ich sie ein, lärmt sie kraftvoll wie meine Waschmaschine im Schleudergang, haue ich in die Tasten, macht meine Sekretärin die Tür zu.
Da hört man, was man schreibt.“

Und dann saß man zusammen, warf sich Slogans, Konzepte, Ideen an den Kopf. Ungeschützter Unfug, richtig schlechtes Zeug und dann immer wieder eine Perle. Wenn er fand, dass bessere als seine dabei waren, hat er keine Sekunde für seine Ideen gekämpft. Sie landeten im Papierkorb und fertig. Aber besser musste es schon sein. Continue reading

DDB Anzeige im HORIZONT

ddb_todesanzeige

Fassungslos.

Von Ralf Zilligen

fassungslos.

ein stück meiner eigenen beruflichen wurzeln ist fort. weck, wie es sich aus seinem mund angehört hätte.

ausgerissen.

der mann, der mir gezeigt hat, dass man seinen beruf auch nach mehr als einem vierteljahrhundert streiten, kämpfen, enttäuscht werden, dann und wann von einem erfolg wieder ermutigt, abgrundtief lieben kann.

der mann, der mir aufgezeigt hat, dass ich den schönsten aller berufe habe. den, der mir das höchste mass an übereinstimmung von arbeit und privaten interessen möglich macht. Continue reading

Werner war ganz viel.

Von Thomas Bienert

Es gibt sicher viel Schönes und Gutes über Werner Butter zu erzählen, aber das Beste finde ich, dass er eine Art hatte, ein Original im besten Sinne war, das im Vorbeigehen unendliche Anekdoten produzierte. Es gibt so viele tolle Geschichten von Werner und über Werner. Dazu hatte er sich etwas bewahrt, das in der Werbebranche nicht so einfach ist: er war ein normaler Mensch geblieben, ein einfacher „Flingerer Jong“ eben.

Ich erinnere mich gerne an einen Abend im Sternelokal Schiffchen in Kaiserswerth. Die Agentur hat den Kunden Johnson & Johnson zum Essen geladen. Eine große Mannschaft schart sich um einen langen Tisch. Der Kellner macht die Runde und fragt nach dem Aperitif. Damals war das Speisen bei Sterneköchen noch weitaus besonderer als heute und dementsprechend ehrfürchtig bestellt einer nach dem anderen, womit man nichts falsch machen kann, Champagner. Ich natürlich auch. Als letzter wurde Werner gefragt. Er bestellte als Einziger ein Pils. Continue reading

Der Unbestechliche

Der ADC zum Tod von Werner Butter.

Als wäre es gestern.

Werner Butter sitzt in seinem Büro, es ist 10.00 Uhr, vielleicht später. Der Tag beginnt mit der Zeitung. Werner Butter liest sie als politisch engagierter und politisch sehr gut informierter Mensch. Natürlich liest er auch das Feuilleton und den Sportteil und den Klatsch. Und während er liest, kommt die Agentur auf Touren, die Büros füllen sich, hie und da taucht schon ein Stück Arbeit auf. Es war nicht die hohe Zeit der Stundenzettel, aber es wurde, wie jedermann weiß, hervorragend und engagiert gearbeitet.

Als wäre es gestern.

Der runde Tisch. Werner Butter, Helmut Schmitz, Ritchie Bairstow. „Es gibt Formen, die man nicht verbessern kann.“ „Da weiß man, was man hat.“ „Er läuft und läuft und läuft.“ Und natürlich gibt es nicht nur diesen einen Etat. Es gibt Aral und Uniroyal und o.b. und andere. Alle haben sich an dem Niveau zu orientieren, das diese drei Männer für die Werbung in Deutschland definieren. Und wenn die angestellten Texter es einmal nicht erreichen, dann schreibt Werner Butter am Wochenende eben selbst. Sieben Long Copies über die geheimnisvolle Welt der Teezubereitung z.B.

Als wäre es gestern.

Der runde Tisch. Mit Spielkarten und riesigen, gefüllten Aschenbechern und einer Flasche Chivas Regal (oder zwei) und Männern mit Zetteln in der Hemdtasche, auf denen Zahlen stehen, die einem Juniortexter das Spiel vermiesen. Bei Sonnenaufgang ist es vorbei, bei Sonnenuntergang geht es weiter, hart aber unterhaltsam.

Als wäre es gestern.

Ein Pförtner mit Cowboyhut und Pfeife. Doyle, Dane, Bernbach. Die berühmte Agentur in der Düsseldorfer Schadowstraße. Das ist viele Jahre her. Continue reading

Einfach intelligent

Hall of Fame Porträt Werner Butter: Einfach intelligent
Manfred Engeser, Wirtschaftswoche 08.03.2005

Seine Gabriele. Vor ein paar Tagen hat er sich mal wieder zu ihr an den Tisch gesetzt. Und auf sie eingehämmert. Klack, klack, klack. Ein paar Headlines entworfen, für einen möglichen Kunden aus der Lebensmittelbranche. Die grobe Linie entwickelt, auf seiner 40 Jahre alten Reiseschreibmaschine Gabriele. Das Ergebnis: drei Entwürfe, „in diese Richtung könnte es gehen“. Schnell aufs Fax gelegt und an die Agentur nach Düsseldorf geschickt. „Das Texten macht immer noch Spaß, aber ich beschränke mich auf die eine oder andere Anregung für die Kollegen“, sagt Werner Butter. „Ich mache den Elder Statesman der Agentur, das geht auch von hier.“ Continue reading

Best of Werner Butter

Wunderbare Spots und Anzeigen von der deutschen Werbelegende Werner Butter, der im Januar 2009 mit 76 Jahren verstorben ist. Mit den Spots geht es ab Sekunde 45 los. Macht Spaß. Vor allem die VW-Käfer Klassiker!

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