Der ADC zum Tod von Werner Butter.
Als wäre es gestern.
Werner Butter sitzt in seinem Büro, es ist 10.00 Uhr, vielleicht später. Der Tag beginnt mit der Zeitung. Werner Butter liest sie als politisch engagierter und politisch sehr gut informierter Mensch. Natürlich liest er auch das Feuilleton und den Sportteil und den Klatsch. Und während er liest, kommt die Agentur auf Touren, die Büros füllen sich, hie und da taucht schon ein Stück Arbeit auf. Es war nicht die hohe Zeit der Stundenzettel, aber es wurde, wie jedermann weiß, hervorragend und engagiert gearbeitet.
Als wäre es gestern.
Der runde Tisch. Werner Butter, Helmut Schmitz, Ritchie Bairstow. „Es gibt Formen, die man nicht verbessern kann.“ „Da weiß man, was man hat.“ „Er läuft und läuft und läuft.“ Und natürlich gibt es nicht nur diesen einen Etat. Es gibt Aral und Uniroyal und o.b. und andere. Alle haben sich an dem Niveau zu orientieren, das diese drei Männer für die Werbung in Deutschland definieren. Und wenn die angestellten Texter es einmal nicht erreichen, dann schreibt Werner Butter am Wochenende eben selbst. Sieben Long Copies über die geheimnisvolle Welt der Teezubereitung z.B.
Als wäre es gestern.
Der runde Tisch. Mit Spielkarten und riesigen, gefüllten Aschenbechern und einer Flasche Chivas Regal (oder zwei) und Männern mit Zetteln in der Hemdtasche, auf denen Zahlen stehen, die einem Juniortexter das Spiel vermiesen. Bei Sonnenaufgang ist es vorbei, bei Sonnenuntergang geht es weiter, hart aber unterhaltsam.
Als wäre es gestern.
Ein Pförtner mit Cowboyhut und Pfeife. Doyle, Dane, Bernbach. Die berühmte Agentur in der Düsseldorfer Schadowstraße. Das ist viele Jahre her. mehr »